Tierschutzverein Mechernich e.V.

Den Tieren eine Stimme geben

10Dackel.StadtanzeigerBericht vom Kölner Stadanzeiger am 16.02.2018

Manchmal nimmt das Glück zweimal Anlauf, bis sich in einer scheinbar verfahrenen Dackelangelegenheit doch noch alles zum Guten wendet. Ja, Zwergrauhaarteckel Sammy, über den hier schon ausführlich berichtet wurde, hat ein neues Zuhause gefunden. Er ist seit kurzem der neue Mitarbeiter in den Kieswerken Dom-Esch und passt dort gewissenhaft auf sein neues Frauchen Constanze Ukerwitz auf.

Die hatte schon länger mit dem kleinen traurigen Kerl aus dem Tierheim Mechernich geliebäugelt, doch das Schicksal nahm einige Umwege, bevor Sammy seinen Platz in Constanze Ukerwitz’ Familie einnehmen konnte.
Das könnte Sie auch interessieren
Im Tierheim wartet Sammy nun auf passende neue Besitzer.
Trauriger Dackel Der kleine Sammy hätte beinahe ein neues Zuhause gefunden

Eigentlich waren Ukerwitz und ihr Lebensgefährte Ernst Sefkow, Geschäftsführer der Kieswerke, im Mechernicher Tierasyl vorstellig geworden, um nach einem Kater zu suchen. Der sollte sich im Büro auf dem Firmengelände ums Mausen verdient machen. Die beiden wurden fündig. Ihre Wahl fiel auf ein scheues, halbwildes Exemplar, für das menschliche Gesellschaft eher Graus als Gewinn ist, mithin die Idealbesetzung für die offene Stelle in Dom-Esch.

Beim Gang durch die Zwinger fiel Ukerwitz’ und Sefkows Blick aber auch auf den völlig verschüchterten Zwergdackel. Der hatte nach zehn Jahren sein Zuhause verloren, weil sein Herrchen ins Altenheim umziehen musste und ihn minimal versorgt allein in der Wohnung zurückgelassen hatte. Nach kurzer Beratung stand für die beiden fest: „Den holen wir hier raus, sobald er zur Vermittlung freigegeben wird.“
Sammys Zwinger war leer

Womit sie nicht gerechnet hatten: Es gab noch weitere Tierfreunde, die das Schicksal des kleinen Dackels, der in seiner Einsamkeit sogar für einen nächtlichen Polizeieinsatz gesorgt hatte, berührt hatte. Bei ihrem nächsten Besuch im Tierheim – der Kater musste vor seiner Vermittlung noch kastriert werden – war Sammys Zwinger leer und die Enttäuschung bei Constanze Ukerwitz und ihren drei Kindern groß. Nach dem Tod von Familienhund Timmi, einem Retriever, der das stolze Alter von 17 Jahren erreichte, hatten sich schließlich schon alle auf den neuen Mitbewohner gefreut.

Den Zuschlag für den verwaisten Hundesenior hatte Petra Knupp bekommen. Die hundeerfahrene Euskirchenerin und ihre alte Jack Russell Hündin Jessi schienen den Tierheimmitarbeitern das ideale neue Heim für Sammy zu sein, zumal Petra Knupp just in dem Altenheim arbeitet, in dem Sammys Vorbesitzer betreut wird. Gelegentlichen Besuchen bei ihm hätte also nichts im Wege gestanden. Nur sah Sammy das wohl anders.
Ins Tierheim zurückbringen

Nach wenigen Tagen schon musste Petra Knupp den Zwerg schweren Herzens ins Tierheim zurückbringen. Er hatte sich so schlecht benommen, dass Petra Knupp sich ernste Sorgen um die Gesundheit von Ersthündin Jessi machte. So kam es, dass Constanze Ukerwitz bei einem ihrer nächsten Besuche im Tierheim ein Déjà-vu hatte. Da saß der Teckel wieder in seinem Zwinger. Erneut bewarb sie sich um den Heimatlosen. Doch die Tierheimmitarbeiter zögerten. Ob ein Haushalt mit Kindern wohl die richtige Adresse für den eigensinnigen Sammy sein würde, für den Petra Knupp schon ein Schicksal als Wanderpokal befürchtet hatte, wenn er in die falschen Hände geriete?

Also hieß es für Constanze Ukerwitz und die Kinder zunächst einmal Schaulaufen in Burgfey, damit sich die Vermittler überzeugen konnten, dass sie die Richtigen für Sammy sind. Nach vier gemeinsamen Spaziergängen ging der Daumen nach oben, Constanze Ukerwitz konnte Sammy endlich mitnehmen.

Zeitsprung: Gut zwei Wochen sind seither und dem Beginn einer wunderbaren Freundschaft vergangen. So scheint es jedenfalls bei einem Besuch in der Firma in Dom-Esch. Constanze Ukerwitz hat die Frau von der Zeitung, die über die erste gescheiterte Vermittlung berichtet hatte, eingeladen, damit sie sehen kann, wo der Hund inzwischen gelandet ist.
Sammy als großer Kinderfreund

Klein-Sammy präsentiert sich da nämlich als großer Kinderfreund, der bevorzugt die Nähe zu Philipp (11), Friederike (14) und Moritz (17) sowie deren Freunden sucht. Wer weiß, vielleicht sieht er in ihnen Welpen, denen er mit großer Langmut begegnet. Er hat jedenfalls nichts dagegen, wenn sie ihn durch die Gegend tragen, ihn nach dem Spaziergang mit einem Handtuch trocken rubbeln und ihm schmatzende Küsse geben. Und er scheint in der neuen Umgebung bereits bestens angekommen. Die Frau von der Zeitung hingegen wird ignoriert, jedenfalls bis sie den Kindern aus Sammys Sicht zu nahe kommt. Da kriegt die Reporterin ordentlich geschimpft, also gekläfft – ziemlich undankbar, wo sie ihm doch zu einiger Popularität verholfen hat.
– Quelle: https://www.ksta.de/29713432 ©2018

In unseren "Info-Archiven 2011, 2012, 2013, 2014 ... und Folgejahre"
finden Sie die älteren Beiträge aus diesem Bereich.